Im Rampenlicht: Hannoveraner Dressur- und Springhengste bei der 31. PB-Schau

Verden. Nach zweijähriger Pause fand sie endlich wieder statt, die Hannoveraner Privathengstschau. In diesem Jahr bereits zum 31. Mal!  Die Hengste scharrten förmlich mit den Hufen und auch die Pferdezüchter konnten es kaum erwarten, die Hengste für die Zuchtsaison 2023 sprichwörtlich „live und in Farbe“ genauer unter die Lupe zu nehmen. 38 Hengste von über 20 Stationen präsentierten sich am 4. Februar in der gut besuchten Niedersachsenhalle. Durch das dreistündige Programm führten am Mikrofon in alter Tradition Jan Tönjes und Bernd Hickert.
Fotos: Marianne Schwöbel.

 

Am Puls der Zeit
Die Vorfreude war groß. Nicht nur bei den Pferdezüchtern, sondern auch beim Veranstalter. Nach zweijähriger coronabedingter Pause fand sie endlich statt. die 31. Hannoveraner Privathengstschau. Bereits über Jahre etabliert und auch in diesem Jahr gut angenommen wurde das Diskussionsforum, welches um 13.30 Uhr den „Tag der Privathengste“ einläutete. Das Thema "Dressurpferdezucht im Spannungsfeld von Elastizität und Stabilität" fand großen Anklang. Als Diskussionspartner standen den Hannoveraner Züchtern der renommierte Ausbilder Oliver Oellrich sowie der Tierarzt Dr. Martin Lübbeke zur Verfügung. Geführt wurde die Diskussionsrunde vom Geschäftsführer des Hannoveraner Verbands Willen Treu. Das Publikum aus Züchtern, Turnierrichtern, Reitern und Tierärzten brachte sich aktiv in die Diskussion mit ein, stellte Fragen, berichtete aus ihren Erfahrungen und gab Denkanstöße. Ulrich Hahne, Zuchtleiter des Hannoveraner Verbandes, stand dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

Meisterlich in Szene gesetzt
Vor Schaubeginn um 17 Uhr war noch genug Zeit, die Hengste einmal persönlich in ihrer Box beim beliebten Stallgassen-Klönschnack zu besuchen und mit den Hengsthaltern ins Gespräch zu kommen. Wer seinen Sitzplatz rechtzeitig eingenommen hatte, war gut beraten. Denn es ging gleich mit einem Paukenschlag los. Licht aus und Spot an für einen sporterprobten Hengst in Meisterhänden. Keine geringere als Reitmeisterin Dorothee Schneider eröffnete die Schau mit ihrem Hengst Flashback. Viele kennen den Franziskus-Sir Donnerhall I Nachkommen bereits durch seine Teilnahme an den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde sowie durch seinen Auftritt beim Finale des Nürnberger Burgpokals 2022 in Frankfurt. Gewohnt locker und spannungsfrei demonstrierte Dorothee Schneider mit Flashback die hohen Lektionen des Dressursports. Das Paar befindet sich auf dem besten Wege in den Grand-Prix.

Hoffnungsvolle Zukunft
Im Schau-Lot der 38 gezeigten Hengste waren dieses Jahr die jungen Hoffnungsträger für Zucht und Sport in der Überzahl. Das Publikum möchte neben den bereits erprobten Vererbern auch gerne die Jungstars in Augenschein nehmen und live erleben, wie sie sich unter dem Sattel entwickelt haben. Zu Gast waren Bundeschampion und Finalisten, Prämienhengste und Prüfungssieger. Ibiza Dream v. Asgard’s Ibiza, Sky v. Sezuan, St. Athletique v. St. Schufro, Quintesssential v. Q7 und Take That v. Totilas— um nur einige stellvertretend für die starken Jahrgänge zu nennen - lassen die Hannoveraner Zucht in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken. Im Alter und in der Entwicklung schon weiter ausgebildet zeigten sich - neben dem bereits genannten Flashback - lektionssicher und für das große Viereck geboren die Hengste Fürst Samarant v. For Romance (Hengststation Beckmann), Titolas v. Totilas (Dressurstall Krohn) und Fürst Fabrice v. Fürstenball (Gut Schönweide), der den krönenden Abschluss der Hengstschau bildete.  Gute Nachrichten von der Hengststation Pape! Verletzungsbedingt konnte Bereiterin Greta Heemsoth nicht in den Sattel ihrer Hengste steigen. Zum Glück hält die Reiterwelt aber zusammen und es wird sich gegenseitig unterstützt. Kurzer Hand wurden Gastreiterinnen organisiert, die die drei Pape-Hengste präsentierten. So wurde Macchiato v. Morricone vertretungsweise von Kira Ripphoff, Endorphin v. Escolar von Lena Berwe sowie Santos v. Secret von Jessica Lynn Thomas auf hohem reiterlichen Niveau vorgestellt. An dieser Stelle wünschen wir Greta weiterhin gute Besserung!

Und auch die Springhengste machten ihre Sache richtig gutem Parcourstest. Hier ging es nicht nur „höher, schneller, weiter“, sondern auch um geschmeidige Abläufe, das angedeutete Vermögen und die Rittigkeit. Die Stationen Klosterhof Medingen, Sven Völz, Landgestüt Moritzburg, Hof Bramlage, die Hengststationen Schult, Dirk Ahlmann und Rene Tebbel sowie Fromberger Zucht- und Sportpferde haben beeindruckend gezeigt, dass hochtalentierte Springvererber auf ihren Stationen haben. „Die sportliche Qualität der gezeigten Hengste im Parcours hat stark zugenommen. Und die internationalen Springabstammungen werden bei den Stutenbesitzern sicher guten Zuspruch finden“, ist der Geschäftsführer des veranstaltenden Vereins der Hannoveraner Privathengsthalter, Burchard Schröder, überzeugt.

 

Ehre wem Ehre gebührt
A propos Burchard Schröder. Auch er erlebte einen ganz besonderen Moment in der Niedersachsenhalle. Ihm wurde für 25 Jahre Geschäftsführung des Vereins Hannoveraner Privathengsthalter gedankt und die Gustav-Rau-Medaille in Bronze verliehen. Sein Laudator, Joachim Völksen (Vorsitzender der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover) leitete seine Rede mit den Worten ein:„ Mit einem Hannoveraner Hengst in die Niedersachsenhalle einzureiten ist etwas ganz Besonderes - mit einem Porsche Cabriolet in die Halle gefahren zu werden einmalig.“ Völksen machte deutschlicht, dass Burchard Schröder ein Pferdemann durch und durch ist, der nicht nur großes hippologisches Fachwissen aufweist, mit dem er wichtige Ämter bekleidet, sondern auch durch seine besonnene, hilfsbereite, freundliche und lösungsorientierte Art beliebt und außerordentlich geschätzt wird.

 

  • Ausgezeichnet
    Zum elften Mal hat der Hannoveraner Verband die Junghengste mit den besten Prüfungsergebnissen mit dem Weltmeyer- beziehungsweise Stakkato-Preis ausgezeichnet. Die feierliche Preisübergabe vor großem Publikum fand für sechs der acht Hengste bei der Privathengstschau statt.

    Fifty-Fifty v. Fürst Toto/Royal Classic (Z.: Arndt Schwierking, Barver, Station: Helgstrand Dressage, Vodskov/Dänemark) 
    Freigeist v. Foundation/Competent (Z.: Dr. Michael Lühs, Wagenfeld, Station: Landgestüt Celle) 
    Ibiza Dream v. Asgard’s Ibiza/Dimaggio (Z.: Axel Windeler, Verden-Walle, Station: Axel Windeler)
    Va’ Pensiero v. Vitalis/Fürstenball (Z.: Zuchthof Düvel, Katlenburg-Lindau)
    Argento Conte v. Argento Vivo/Contendro (Z.: Norbert Bramlage, Dinklage, Station Hof Bramlage, Dinklage)
    Quasi Quadam v. Quasimodo van de Molendreef/Quadam (Z.: Henrik Schäfer, Köchingen, Station: Landgestüt Moritzburg)
    Quentino v. Qualito/Stakkato (Z.: Günter Keller, Bermatingen, Station Landgestüt Celle)
    United Power v. Untouchable/Lux (Z.: Didier Jacquemin, Seny/BEL, Station Langestüt Moritzburg)

Das Who is Who der 31. PB-Schau in Verden!

Verden. 2020 waren sie das Highlight im Rampenlicht anlässlich der 30. PB-Schau in Verden: Weltmeisterin Charlotte Fry und Glamourdale. Auch in diesem Jahr haben sich zahlreiche Spitzenhengste angemeldet, die von Spitzenreitern vorgestellt werden. So haben u. a. Dorothee Schneider und Janne-Friederike Meyer-Zimmermann ihre Teilnahme bestätigt.

Am Samstag, 4. Februar 2023 lädt der Verein Hannoveraner Privathengsthalter zur 31. Schau Hannoveraner Privathengste nach Verden ein. Folgende Hengststationen sind mit folgenden Hengsten in diesem Jahr dabei:

Dressurstall Krohn
Titolas / Susanne Krohn
San Escobar / Jessica Peschel

Hengststation Meyerhof
St. Athletique / Heiko Klausing

Dressurhengste Schleier
Flashback / Dorothee Schneider

Burghof Brodhecker
Cornet´s Cero / Hendrik Brodhecker

Fromberger Zucht- & Sportpferde
Duplexx

Gut Schönweide
Sky / Lina Torgius
D' Asti / Lina Torgius
Fürst Fabrice / Hannes Lütt

Klosterhof Medingen
Take That / Jakob Schenk
Quintessential / Jakob Schenk
Kataro / Christian Temme
Emperor / Christian Temme

Axel Windeler
Ibiza Dream / Michelle Hagmann

Hengststation Rene Tebbel
Cornet´s Carpaccio / Alexandre Boursier
Chacco´s Son II / Alexandre Boursier

Hengststation Tobias Schult
Classico´s Champion / Carolina Heinze
Alaba / Stefanie Reining

Hengststation Ingo Pape
Macchiato / Greta Heemsoth
Despacito / Greta Heemsoth
Endorphin / Greta Heemsoth
Santos / Greta Heemsoth

Hengststation Sven Völz
Diamant van Klapscheut / Thea Jelcic
Esmeraldo / Thea Jelcic
Chincero Parcours Janne Friederike Meyer-Zimmermann
Brantzau / Caterina Schulz-Beelitz
Babylon Berlin / Thea Jelcic
Zinelord VDL / Thea Jelcic

Damil Dressage
Emperador BC
Global Beat

Gestüt von Bellin
Most Wanted Nero von Bellin / Bart Desender
DSP Marian von Bellin / Bart Desender

Hengststation Dirk Ahlmann
Baloucan / Hannes Ahlmann
Madness / Pheline Ahlmann

 

Gasthengste


Landgestüt Celle
Eventyr / Saskia Kunz

Hengststation Holkenbrink
San To Alati / Steffi Wolff

Gestüt Westfalenhof
Viva Gold Dressur / Kathrin Südhölter
Val Rouge / Kathrin Südhölter
Secret Noir / Kathrin Südhölter

Hengststation Beckmann
Fürst Samarant / Friederike Kampmeyer
Be My Dancer / Friederike Kampmeyer

 

Ehrungen


Landgestüt Moritzburg
Quasi Quadam / Dr. Kati Schöpke

Hof Bramlage
Argento Conte / Patrick Döller

Landgestüt Moritzburg
United Power

Landgestüt Celle
Freigeist / Saskia Kunz

Helgstrand Dressage
Fifty Fifty

Hans Richelshagen
Va' Pensiero

Axel Windeler
Ibiza Dream / Michelle Hagman

 

Programmablauf:

13.30 Uhr Diskussionsrunde im Forum
15.00 Uhr Stallgassenklönschnack
17.00 Uhr Beginn 31. Hannoveraner Privathengstschau

Informationen: www.hannoveraner-pb.de – Ticketpreis: 12,- € nummerierte Sitzplätze. Tickets: online über www.ticketmaster.de oder Tel.: 01806-999-0000